Frankfurt gewinnt Krimi gegen München

von am 6. November 2011 in 1. Bundesliga RBBL

Frankfurt gewinnt Krimi gegen München

Die fünfte Spieltag hatte es wieder in sich. Nachdem am letzten Wochenende die 1. Runde im DRS-Pokal ausgespielt wurde, ging es nun im Ligabetrieb weiter. Das spannendste Match fand in Frankfurt statt. Die Mainhatten Skywheelers hatten Altmeister USC München zu Gast, der ohne Center Ben Döring auskommen musste.

Die Gäste starteten mit einem 8:0-Run ins Spiel. Nach der ersten Auszeit der Hausherren konnten diese über den Kampf wieder ins Spiel finden. Münchens Topscorer und Spielertrainer Benjamin Ryklin (25 Punkte) sorgte fast im Alleingang für die 16:7-Führung nach dem ersten Durchgang. Die Hessen kamen aber nun besser in Tritt und konnten zur Halbzeitpause erstmals mit 21:20 in Führung gehen. Die zweite Spielhälfte war ebenfalls von den Defense-Reihen geprägt. Die Frankfurter schafften es sich zwischenzeitlich auf zehn Punkte abzusetzen, aber die Bayern kämpften sich immer wieder zurück ins Spiel. Beim Stand von 44:42 hatten die Münchner bei eigenem Angriff die Chance auf Verlängerung. Diese wurde letztendlich nicht erfolgreich genutzt. Bei den Skywheelers war Center Sebastian Wolk mit 12 Zählern am erfolgreichsten.

Der deutsche Meister und Pokalsieger, RSV Lahn-Dill, verteidigte mit einem nie gefährdeten 63:45 (34:16)-Heimsieg gegen die Köln 99ers seine Tabellenführung in der deutschen Rollstuhlbasketball-Bundesliga. Die Begegnung war bereits nach dem ersten Viertel entschieden, als die Hausherren nach zehn gespielten Minuten klar mit 21:3 in Front lagen. Bei den Kölnern fehlt es noch offensiv und defensiv an der Feinabstimmung. Center Thomas Becker (15 Punkte, 10 Rebounds): “Uns haben in dieser Phase in der eigenen Abstimmung immer ein, zwei Sekunden gefehlt, die man gegen ein solches Team einfach nicht hat.” Im weiteren Verlauf plätscherte das Spiel so vor sich hin. Lahn-Dill mangelte es an einer guten Trefferquote und die rheinischen Gäste leisteten sich viele Turnover in der Vorwärtsbewegung. RSV-Headcoach konnte daher schnell mehrere Formationen testen, da er in den kommenden beiden Spielen auf Kapitän Joey Johnson und US-Guard Steve Serio verzichten muss. Beide Spieler nehmen mit ihren jeweiligen Nationalmannschaften an den ParaPan American Games im mexikanischen Guadalajara teil. Dort werden die amerikanischen Teams zur Teilnahme an die Paralympics 2012 in London ermittelt. Topscorer der Partie waren der Kölner Jaap Smid (16 Punkte) sowie Michael Paye mit 14 Zählern.

In Elxleben fand eines von drei möglichen “Ostderbys” statt. Das Oettinger RSB Team Thüringen empfing Vizemeister RSC-Rollis Zwickau. Bis zur Halbzeit hielt der Aufsteiger gut mit und machte den Sachsen das Leben mehr als schwer. Die Zwickauer spielten nicht schlecht, fanden jedoch kein Mittel sich höher abzusetzen als vier Punkte. In die Pause ging es mit einem 42:39-Vorsprung. RSC-Trainerin Manuela Krause: “Wir hatten heute einen sehr starken Gegner. Wir haben nicht viele Fehler am Anfang gemacht, trotzdem ist es uns nicht gelungen die Mannschaft zu distanzieren. Es war zu Beginn ein Duell auf Augenhöhe”. Nach der Halbzeit ging ein stark verändertes Zwickauer Team an den Start. Mit drei Lowpointern (Mayer, Oehme, Beginskis) stellte man um auf Ganzfeldpresse, die dann den Thüringern den Zahn zog. Die Hausherren konnte dem Tempo nicht mehr mitgehen und verloren am Ende mit 63:85. Bei den Gastgeber taten sich vor allem Center Aleksandr Halouski (25 Punkte) und der Schwede Joakim Linden (23 Punkte) hervor. Bei den Muldestädtern überragte US-Center Joseph Chambers mit seinem ersten Triple-Double in der RBBL (24 Punkte, 11 Rebounds, 12 Assists). Manuela Krause lobte nach dem Spiel vor allem die Lowpointer: “Die starke Leistung der Lowpointer heute war spielentscheidend. Ihnen ist es gelungen die Situationen zum Scoren sehr gut heraus zu spielen. Jeder hat seinen wichtigen Beitrag für den Sieg geleistet. Auch wenn wir am Anfang nicht so souverän das Spiel unter Kontrolle hatten, haben wir doch besonders in den letzten beiden Vierteln unsere Klasse bewiesen.”

Das erste von zwei Sonntagspielen fand in Hannover statt. Aufsteiger United empfingen die favorisierten Immovesta Trier Dolphins um RBBL-Topscorer Dirk Passiwan. Die Niedersachsen konnte am Wochenende im DRS-Pokal den Einzug ins Viertelfinale feiern. Beim RSC Berlin gewann man zunächst gegen ALBA BERLIN aus der 2. Bundesliga Nord und im entschiedenen Match gegen Ligakonkurrent Jena Caputs. Der Favorit von der Mosel ging auch gleich nach den ersten 10 Minuten klar mit 25:15 in Führung. Der Aufsteiger aus Niedersachsen steckte jedoch nicht auf und konterte fleißig bis zur Halbzeit und konnte auf 39:45 verkürzen. Auch im dritten Viertel ließ sich das Team von Harald Fürup nicht so leicht abschütteln. Bei den Trierern scorten wie gewohnt Passiwan und McLachlan (61/31 Punkte), aber in der Defense vermisste man den “Biss” (71:61). Der wurde im letzten Spielabschnitt wieder rausgeholt und der Favorit erhöhte das Tempo und gewann am Ende deutlich und verdient mit 76:100. Den 100. Punkt der Dolphins markierte Topscorer Dirk Passiwan mit einem 3er von Downtown. Bei Hannover United ragte Center Martin Kluck mit 27 Punkten und 12 Rebounds heraus.

Aufsteiger RSV Baskets Salzburg gelang der erste Saisonsieg. Vor heimischer Kulisse wurden die Jena Caputs deutlich mit 75:48 (41:25) geschlagen. Bereits zur Halbzeit sorgten die Salzburger für eine beruhigende Führung. Headcoach Pfaller gab allen Spielern Spielzeit und freute sich besonders über die 21 Punkte von Wolfgang Almer. Bei den Thüringern fehlte der erkältete Spielertrainer Lars Christink an allen Ecken und Enden – lediglich Ahmet Coskun scorte mit 19 Zählern zweistellig. Die Caputs sind nun das einzige sieglose Team und finden sich am Tabellenende wieder. Der anvisierte sechste Tabellenplatz ist damit in weite Ferne gerückt.

5. Spieltag in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL)

  • Hannover United – Immovesta Dolphins Trier 76:100 (39:45)
  • Oettinger RSB Team Thüringen – RSC-Rollis Zwickau 63:85 (39:42)
  • RSV Lahn-Dill – Köln 99ers 63:45 (34:16)
  • RSV Basket Salzburg – Jena Caputs 75:48 (41:25)
  • Mainhatten Skywheelers – USC München 44:42 (21:20)

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3 KommentareKommentieren

  • Günter Ewertz - 7. November 2011 Antworten

    Dirk Passiwan hat seinen Rekord nicht eingestellt. Der liegt bei 65 Punkten und wurde vor 2 Jahren im Spiel gegen den HSV aufgestellt.

    • Kobe - 7. November 2011 Antworten

      Günther, vielen Dank für die Korrektur! Dieses Jahr solltet ihr die Playoffs locker schaffen, oder!?

      • Kobe - 14. November 2011

        Wäre dann eine zentrale Entscheidung der Liga nicht am Ende besser gewesen, als auf Kooperation der Vereine zu hoffen? Nicht auszudenken, wenn Jena auch in der zweiten Halbzeit gegen Lahn-Dill bestanden hätte! Ich fand halt Eure öffentliche Darstellung suboptimal. Ihr hattet immer noch eine schlagkräftige Truppe am Start, die mit etwas Glück das RSB Team Thüringen auch hätte schlagen können.

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