ParaPan American Games: Trierer Kritik an geplatzter Spielverlegung

von am 14. November 2011 in 1. Bundesliga RBBL

ParaPan American Games: Trierer Kritik an geplatzter Spielverlegung
ParaPan American Games in Mexico 2011
ParaPan American Games in Mexico 2011

Die ParaPan American Games in Mexiko sind derzeit des heißeste Thema im deutschen Rollstuhlbasketball. Die Bundesligisten RSV Lahn-Dill, RSC-Rollis Zwickau und Immovesta Trier Dolphins müssen ihre nordamerikanischen Nationalspieler abstellen und zwei Wochen auf deren Einsatz verzichten. Während Meister und Vizemeister ohne Klagen die beiden Spiele ohne ihre Leistungsträger angehen, bekam man in Trier vorsorglich kalte Füsse.

Die Verantwortlichen des Playoff-Aspiranten ließen keine Gelegenheit aus, die fehlende Kooperation des RSB Team Thüringen anzuprangern. Die Dolphins müssen aus ihrer Lin-up auf die Leistungsträger Janet McLachlan, Tara Feser, Jamie Jewells und Chad Jassman verzichten. Insgesamt spielen in dieser RBBL-Saison fünf kanadische Nationalspieler beim Bundesligisten. Daraufhin beantragte man bei der Rollstuhl-Bundesliga eine Verlegung des Heimspiels gegen den Aufsteiger. Die RBBL stimmte dem zu, aber unter der Auflage, dass auch die Gäste der Verlegung zustimmen. Daraus wurde nichts, weil man in Elxleben insgeheim wohl auf einen Auswärtssieg spekulierte. Am Ende gelang dem Underdog ein 70:80-Erfolg in der Trierer Wolfsberghalle. Der nächste Trierer Gegner – Mainhatten Skywheelers – stimmte einer Spielverlegung dagegen zu. Vor dem Hintergrund der Tabellensituation und des Kampfes um die Playoff-Plätze ist diese Entscheidung dem Team von Michael Haidle hoch anzurechnen.

Meiner Meinung nach haben sich die Immovesta Trier Dolphins mit ihrer Kritik stark in Abseits gestellt. Trotz des Mitwirkens von RBBL-Topscorer Dirk Passiwan und ehemaliger Bundesligaspieler aus der eigenen Reserve zog man alle Register sich als der ultimative Underdog (mit 30%iger Gewinnchance) darzustellen. Wenn man eine komplette Starting Five aus kanadischen Nationalspielern aufs Parkett stellen könnte, muss man sich nicht wundern, wenn diese Aufgaben im Team Canada wahrnehmen müssen und wollen. Die Terminierung der ParaPan American Games war allen bekannt und man hätte entsprechende Vorkehrungen treffen können. Vor allem in den Partien gegen schwächere Gegner (Jena Caputs, Hannover United) lies man die Chance aus Formationen/Spielern entsprechende Spielzeit zu geben, um sich auf die aktuelle Situation vorzubereiten.

Anderseits kann man auch im Sport auf den FairPlay-Gedanken hinweisen. Das RSB Team Thüringen fehlte es ebenfalls an einer klaren Positionierung zu diesem Thema. Alle Terminvorschläge der Trierer wurden geblockt, so dass es am Ende zu diesem Diskurs kommen konnte. Daher würde mich Eure Meinung zur Thematik in den Kommentaren interessieren.

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10 KommentareKommentieren

  • Berni - 14. November 2011 Antworten

    Ostdeutsche Unsportlichkeit nach Maß !

  • Lebbe - 14. November 2011 Antworten

    In anderen Sportarten gibts es auch keine Verlegung, weil andere in ihrer Nationalmannschaft Verpflichtungen haben. Meiner Meinung nach kann Trier froh sein, dass Frankfurt und DRS so entgegenkommend sind, aber sie können den Thüringern nichts vorwerfen… auch das ist FAIR PLAY…

  • Lutz Leßmann - 14. November 2011 Antworten

    Ich möchte als Betroffener und Verantwortlicher für die Organisation des Oettinger RSB Team antworten. Uns ist von Trier eine Anfrage für eine Verlegung der Begegnung vorgeschlagen wurden. Der 3. Oktober war aber bei uns nicht möglich. Wir haben nicht spekuliert, da wir als Aufsteiger unsere wichtigen Spiele einzuordnen Wissen und wissen wo wir die Punkte gegen den Abstieg machen müssen. Das ist kein Grund ein derartiges Kesseltreiben gegen uns zu veranstalten, wie in Trier erlebt. So etwas habe ich im Behindertensport noch nicht erlebt. Schöne Zeit wünscht Lutz Leßmann

  • Kobe - 14. November 2011 Antworten

    Ich finde es auch ziemlich schade, dass im Rahmen einer Spielansetzung das Ganze “aus dem Ruder” gelaufen ist. Ich kann beide Partein im Endeffekt verstehen. Wieso gab es keine zentrale Verschiebung der beiden Spieltag von der RBBL? Klar ist der Rahmenplan entsprechend voll, aber eine Entscheidung durch die Liga hätte allen Beteiligten klar Planungssicherheit gebracht.

  • Günter Ewertz - 14. November 2011 Antworten

    Kobe: ich gebe dir völlig Recht. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass der meines Erachtens nach viel zu enge Spielplan keine großen Alternativen bietet, aber immer mehr Anfragen und Bitten durch die starke Zunahme des Ausländeranteils kommen werden. Hier ist die Liga gefordert, eine Regelung zu finden. Ich bin als Trierer natürlich nicht froh, wie es gelaufen ist und sicher sind auch die Mannschaften, die um den Klassenerhalt kämpfen nicht glücklich, dass Thüringen der Verlegung nicht zugestimmt hat. Ich hoffe sehr, dass die 2 Punkte am Schluß nicht über play-off und Abstiegsplatz entscheiden.

  • Günter Ewertz - 14. November 2011 Antworten

    Ich wäre auch dankbar, wenn mein erster Kommentar veröffentlicht wird.

    • Kobe - 14. November 2011 Antworten

      Günther, ich habe die Kommentarfunktion ein wenig angepasst, so dass jetzt alle Kommentare zeitnah online gehen. Deine Kommentare sollten nun alle “live” sein.

  • Benny - 14. November 2011 Antworten

    Ja wenn Afrikacup ist wird die Bundesliga auch um 5 Wochen nach hinten verschoben im Fussball und beim Asiencup auch und Amerika sowieso… dann findet einfach mal keine Bundesliga statt.
    Ich bin absolut für Fairplay, aber München zum Beispiel hat schon ein Mal die Spiele auf Trierer Anfrage verschoben und dann ist Trier nicht mal angetreten. Darauf hat Köln den USC sportlich besiegt und München war natürlich Schuld am Trierer Fastabstieg, obwohl bei Antreten der direkte Vergleich gegen Köln auf Trierer Seite gewesen wäre.
    Ich finde gut und habe Respekt davor, was Trier aufgebaut hat und dass sie sich das erarbeitet haben, aber ihre Pressearbeit und das damit verbundene Hetzen und Drohen gegen Vereine, Schiedrichter und Offizielle, die nicht nach ihrer Pfeife tanzen ist für mich einfach nur Unsportlich und steht sicher nicht unter dem selbst ausgerufenen Motto “Fairplay”.
    Neuste Beispiele ist das Spiel gegen Thüringen oder die angeblich sportlich geschaffte Quali für den Eurocup. Warum kann man nicht einfach schreiben, dass man eine Wildcard beantragt und erhalten hat? Natürlich wäre es toll wenn man sich das durch spenden finanzieren könnte, jedoch hätte man ja einfach schreiben können “Wildcard für Eurocup” und die Wut anderer Protagonisten würde nicht mit jedem verfassten Artikel wachsen… Kesseltreiben ist ein recht passender Ausdruck übrigens :D

    Zuletzt sag ich noch Hut ab vor Dirk und seiner Mannschaft. Was er für den Verein und Deutschland geleistet hat und noch leisten wird ist sicher aller Ehren wert. Leider wird das durchweg positive Bild der Mannschaft auf und neben dem Feld durch das ganze immer anhaltende Theater in Medien und Foren von Trierer Seite aus getrübt. Irgendwie schade…

    Grüße

    • Jörg - 14. November 2011 Antworten

      Um ehrlich zu sein, verfolge ich das Jammern aus Trier mit einem müden Lächeln. Ich bin nicht immer einer Meinung mit Benny. Aber in dem Fall kann ich nur zustimmen. Es ist interessant zu verfolgen, dass Trier gerne eine eigene Wahrnehmung der Wirklichkeit hat und die eigenen Fans nicht immer ganz korrekt informiert.

      Neuestes Beispiel sind die Kommentare zur nicht gelungenen Spielverlegung gegen Thüringen. Dass der Termin für die Paraympics-Quali schon bei der Verpflichtung der diversen NordamerikanerInnen bekannt war und man das vielleicht bei seiner Saisonplanung bzw. bei den Spielerverpflichtungen berücksichtigen kann, bleibt unerwähnt. Andere haben sich damit arrangiert (LD, Zwickau). Und in der Tat werden in der Fussball-Bundesliga auch keine Spiele verlegt, wenn Spieler z.B. für die Copa America abgestellt werden müssen.

      Ergänzen möchte ich Bennys Hinweis zur Trier Spielabsage in München in der vorletzten Saison noch um ein kleines “Schmankerl”. Die damalige Spielabsage hätte eigentlich zum Abstieg geführt. Aber in Trier suchte man den Schuldigen für den Abstieg unter anderem in Frankfurt. Damals verlor man überraschend aber sicherlich nicht absichtlich gegen Köln. Entsprechend “nette” Kommentare fanden sich auf der Trierer Homepage. Dort wurde aber mit keiner Silbe erwähnt, dass die nicht sehr kluge Absage des Spiels in München und die damit verbundene Sternwertung Auslöser für den sportlichen Abstieg waren. Soviel zum Thema wie die Wirklichkeit in Trier wahrgenommen wird……

      Meinen Respekt dafür, was Trier in Sachen Kanada-Connection erreicht hat, möchte ich nicht verhehlen. Aber wie Benny schon schrieb: Irgendwie schade…..dass man sich in Trier immer wieder ein wenig ins Abseits stellt.

  • Kobe - 15. November 2011 Antworten

    @Benny/Jörg

    Ich teile ebenfalls Eure Ansicht . Trier kann man nur beglückwünschen zur Verpflichtung der Kanadier. Die gesamte Liga erlebt IMHO zur Zeit einen erheblichen “push nach vorn” was Professionalisierung betrifft. Leider ist die Außendarstellung des Klubs teilweise fragwürdig. Daher mein kontroverser Artikel diesbgzl. Super, dass so viele Kommentare dadurch entstanden sind.

    Weiterhin steht ja auch die Diskussion um “Keyscout-Pflicht” aktuell im Raum. Habt Ihr dazu entsprechende Infos, ob die RBBL Keyscout vorschreibt?

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