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Jede:r Zweite fährt mehr als 20 Kilometer zum Training

Klassifizierungspunkte, Entfernung zur Trainingsstätte und wie bist Du überhaupt zum Rollstuhlbasketball gekommen? Diese und andere Fragen wurden knapp 300 Rollstuhlbasketballer:innen in Deutschland gestellt - um wichtige Erkenntnisse für die Zukunft zu generieren.

Was ist der Status Quo des Rollstuhlbasketballs in Deutschland? Diese Frage hat sich die AG Zukunft gestellt, die zum Ziel hat, Schwachstellen und Potenziale des Rollstuhlbasketballs in Deutschland zu analysieren, eine Finanzordnung zu erarbeiten und eine Mission und Vision zu definieren - nämlich bis zu den Paralympics 2028 Europas erfolgreichster Rollstuhlbasketball-Verband zu sein.


Knapp 300 Spieler:innen wurden befragt


Im Zuge dieser Ermittlung der Schwachstellen und Potenziale der Sportart wurden in einer nicht repräsentativen Umfrage knapp 300 Spielerinnen und Spieler online befragt. Die Themenbereiche sollten mehr Aufschluss darüber geben, an welchen Stellschrauben künftig gedreht werden kann, um als Verband im Hinblick auf die Spieler:innen noch professioneller zu werden.

Die Befragten waren zu 23% weiblich und zu 77% männlich und verteilten sich auf vier Altersklassen: 15% unter 20 Jahre (2001-2020), 26% 21-30 Jahre (1991-2000), 23% 31-40 Jahre (1981-1990) und 36% über 40 Jahre (vor 1981 geboren).

14% der Befragten spielen in der RBBL1, 17% in der 2. Liga, 33% in der Regionalliga, 19% in der Oberliga, 18% in der Landesliga und 15% in einer Hobbymannschaft. Je 7% sind Mitglied in der A-Nationalmannschaft bzw. in den U-Teams, 9% gehören dem Landeskader und 75% keinem Kader an.


Positive Tendenz in den vergangenen Jahren


Viele Befragte kamen in den vergangenen zehn Jahren (40%) zum Rollstuhlbasketball, 23% in den vergangenen fünf Jahren, was eine erfreuliche Tendenz darstellt. 12% der Befragten haben sogar vor 1991 mit dem Rollstuhlbasketball begonnen.

Spannend ist zu sehen, wie die Spieler:innen von der Sportart erfahren haben. Knapp 40% kamen durch Familie, Freund:innen oder Bekannte zum Rollstuhlbasketball, jede:r Vierte erfuhr bei einem Klinik- oder Reha-Aufenthalt, dass es die Sportart gibt. 11% fanden über den Schulsport oder Schulprojekte zum Rollstuhlbasketball, 6% durch Try Outs und 5% durch das Internet oder die sozialen Medien.


Jede:r fünfte Befragte hat keine Behinderung


34% der Befragten haben seit ihrer Geburt oder seit dem ersten Lebensjahr eine Behinderung, 14% in den ersten zehn Lebensjahren, 30% bis zum 21. Geburtstag und 18% zur Vollendung des 30. Lebensjahres. Nur 5% kamen zum Rollstuhlbasketball, wenn die Behinderung erst nach dem 31. Geburtstag auftrat.

Die meisten Befragten haben eine unfallbedingte Querschnittlähmung (30%), 5% eine nicht-unfallbedingte und 4% eine angeborene Querschnittlähmung. 16% haben Spina Bifida (6% komplett und 10% inkomplett), 3% eine Amputation und 7% eine Minimalbehinderung. 15% gaben an, eine andere Behinderung zu haben und jede:r fünfte Befragte hat keine Behinderung.


Aus den Behinderungsarten ergeben sich für die Teilnehmenden der Umfrage folgende Klassifizierungspunkte:


Jede:r Zweite fährt mehr als 20 Kilometer zum Training


Der Zugang zur Sportart ist nicht für alle einfach: Pro Fahrtweg sind nur 50% in der glücklichen Lage, weniger als 20 Kilometer zum Training fahren zu müssen. 27% fahren zwischen 21 und 50 Kilometer pro Strecke, 17% zwischen 51 und 100 Kilometern und 6% gar mehr als 100 Kilometer, um Rollstuhlbasketball zu spielen.




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