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Rollstuhlbasketball-Welt trauert um Ex-Nationalspieler Andi Kreß

Der Rollstuhlbasketball in Deutschland wird Andreas Kreß sehr vermissen. Der ehemalige Nationalspieler und langjährige Bundesligaspieler der Mainhatten Skywheelers verstarb mit nur 35 Jahren.

Andi Kress (r.) mit Tommy Böhme (l.)

„Andi hat im Nationalteam immer den Geist der Mannschaft verkörpert und alles für die Mannschaft getan, sie zusammengehalten. Er wusste, wann Ernsthaftigkeit und wann Spaß gefragt ist – dieses Menschliche, das war seins, das hat ihn ausgezeichnet“, sagt Bundestrainer Nicolai Zeltinger: „Deshalb war es immer logisch, ihn zu nominieren, weil er für das Team so wichtig war.“

Andi, der nach einem Unfall in der Reha in Heidelberg zum Rollstuhlbasketball kam, reifte bei der SG Aschaffenburg zum U-Nationalspieler. Mit der U22 wurde er 2005 WM-Fünfter in Birmingham, ein Jahr später gewann er in Istanbul mit der U22 EM-Bronze. Um sich weiterzuentwickeln, zog es ihn zu den Mainhatten Skywheelers nach Frankfurt.

Die Paralympics-Teilnahmen 2008 in Peking und 2012 in London waren neben einer Vize-Meisterschaft mit den Skywheelers die sportlichen Höhepunkte des 3,5-Punkte-Spielers, der sich als Center am wohlsten fühlte. Vor allem Peking sei ein „komplettes Erlebnis“ gewesen, „wenn dir 90.000 Menschen beim Einmarsch ins Vogelnest bei der Eröffnungsfeier zujubeln“, hatte Andi einst geschwärmt. 2014 beendete er dann seine aktive Karriere, um sich seiner Familie zu widmen.

Mit seiner Frau Maria, ebenfalls Rollstuhlbasketballerin und Paralympics-Siegerin, bekam er 2016 Tochter Mia. Seitdem stand in seiner Biografie als Überschrift immer: „Softwareentwickler, Rollstuhlbasketballer, Ehemann und stolzer Papa“. Dem Rollstuhlbasketball blieb er dennoch verbunden, ob als Livestream-Kommentator oder wie zuletzt in den RBBL-Playoffs als Interims-Coach bei den Rhine River Rhinos.

Auch Christoph Küffner, Vorsitzender des deutschen Rollstuhlbasketballs, geht die schlimme Nachricht sehr nahe: „Es ist eine schreckliche Nachricht. Ich hatte mit ihm eine der schönsten Phasen meines Lebens, als ich als Teammanager mit der Nationalmannschaft, Andi und Seb Wolk um die Welt gereist bin. Wir waren gleich alt. Die Frankfurter Jungs mochte ich wahnsinnig gerne und ich habe nur positive Erinnerungen an Andi, er war ein unglaublich sympathischer Mensch. Der Fachbereich Rollstuhlbasketball ist unfassbar traurig. Wir sind mit den Gedanken bei seiner Familie und wünschen ihnen ganz viel Kraft.“


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